Die Ferien sind vorbei, der Alltag hat uns bereits wieder eingeholt und das Wetter ist ja momentan sehr ungemütlich. Was uns aber bleibt, sind Erinnerungen an einen abenteuerlichen, schönen aber auch enttäuschenden Urlaub. Natürlich schön, weil die Landschaft Südenglans einfach traumhaft ist. Steile Küstenabschnitte, hügelige Lanndstriche, einzigartige Ausblicke, verschlungene, schmale Wege durch grüne Hecken. Ich bin so froh, dass mein Mann sich ans Steuer gesetzt hat - Linksverkehr und schmale Straßen sind so gar nichts für mich!
Um die Landschaft zu Fuß zu erkunden gibt es zahlreiche, gut ausgeschilderte Wanderwege, die über (Kuh-)Wiesen und auch querfeldein über Felder, plötzlich sehr steil nach unten oder durch wildes Gebüsch führen. Wenn man wollte, könnte man tagelang durch Devon bis nach Cornwell wandern.
Meistens sind wir einfach losgefahren und wenn es uns irgendwo besonders gut gefallen hat, haben wir das Auto abgestellt und sind zu Fuß weiter. So haben wir manchmal ganz unverhofft wunderschöne Plätze entdeckt oder eine Aussicht genießen können, die einen innehalten lässt.

Enttäuscht waren wir nur sehr von unserem Hotel in Torquay, denn es entsprach nicht annähernd der Beschreibung im Internet und es war die schlechteste Empfehlung, die unser Reisebüro uns je gemacht hat. Versprochen wurde uns ein 4 Sterne Hotel mit Wellness, Spa, Kinderprogramm etc. und gelandet sind wir in einer runtergekommenen Bruchbude! Das Hotel, sowie der Ort an sich, hat sicherlich seine glanzvolle Zeit gehabt, daran erinnern noch Details, leider liegt diese Zeit schon sehr lange zurück und man scheint kein Interesse oder wohl eher kein Geld zu haben, um in die Erhaltung des einst schönen Ortes zu investieren. Am meisten hat uns geärgert, dass wir sehr viel Geld bezahlt haben für etwas, dass man uns versprochen hat, was aber nicht annähernd geboten wurde. Man könnte es auch Betrug nenne. Jedenfalls wurden wir um ein paar erholsame Tage betrogen, denn wir sind wegen genannter Umstände eher abgereist und haben Freunde in London besucht.

England ist ist ein Land, in dem die Schere zwischen arm und reich sehr groß ist und das spiegelt sich auch in den Orten, in der Landschaft. Schnell wird einem klar, dass mancherorts einfach kein Geld da ist, um Schönes zu bewahren. So gerne ich auch die Rosamunde Pilcher Filme gucke, sie zeigen ein Südengland, welches nur einer sehr previlegierten Schicht zugänglich ist und nur einen kleinen, etwas verzerrten, idealisierten Ausschnitt bietet. Möchte man also Devon oder Cornwall in Pilcher Idylle erleben, was durchaus möglich und wunderschön ist, muss man allerdings sehr, sehr tief in die Urlaubskasse greifen.

Es hätte für uns gar nicht so feudal sein müssen, eine kleine Bed&Breakfast Pension, die aber mit Liebe geführt wird, hätte uns auch gefallen. Unser Freund sagte uns, dass es leider in England immer mehr sogenannter "unloved places" gibt und das beschreibt es ziemlich gut. Eigentlich eine Schande, denn landschaftlich ist Südengland ein Juwel. Zu sehen, wie einst schöne Orte, Häuser, Cottages oder Hotels im wahrsten Sinne verrotten, hat uns schon deprimiert.
Dennoch hat uns das Fleckchen Erde verzaubert und wir werden wiederkommen, nur dann sind wir besser vorbereitet, suchen uns eine Unterkunft, die mit Liebe geführt wird und machen uns weiter auf Entdeckungsreise.
Ein paar Lieblingsplätze zeige ich euch wenn ihr nach diesem etwas kritischem Post noch Lust habt, aber ich musste das einfach mal loswerden. Ich hätte kein gutes Gefühl gehabt, wenn ich euch nur schöne Fotos gezeigt und geschwärmt hätte, das wäre mir dann ebenso verlogen vorgekommen wie die Internetseite des
Hotels!
Heute etwas nachdenklicher,
eure Kiki